Hundeerziehung: Übungen zur Besitzerorientierung

 

Besitzerorientierung Training HundEinfache & effektive Übungen für den Spaziergang
Manche Hunde interessieren sich beim Spaziergang nur wenig für den Besitzer. Sie sind stark abgelenkt von der Umwelt und entfernen sich oft weit, sobald sie ohne Leine  laufen dürfen. Sie folgen oft schlechter und haben auch vermehrt Spaß am Jagen von Wild. Mit zwei einfachen Übungen können Sie Ihrem Hund schrittweise beibringen, sich beim Spaziergang mehr auf Sie zu konzentrieren.

Wenn Ihr Hund regelmäßig von sich aus gern Blickkontakt zu Ihnen aufnimmt, wird es ihm auch viel leichter fallen, auf Ihre Kommandos zu hören und diese zu befolgen.

Übung 1: Selbständiges aufpassen

Ziel: Sobald Sie stehen bleiben kommt Ihr Hund zu Ihnen. Solange Sie stehen, bleibt auch Ihr Hund in Ihrer Nähe.

Durchführung: Wenn Ihr Hund beim Spaziergang einige Meter vor Ihnen läuft, bleiben Sie kommentarlos stehen. Dreht sich Ihr Hund zu Ihnen um, strecken Sie ihm sofort (ebenfalls kommentarlos) die Hand mit einem Leckerli entgegen. Das Leckerli muss für den Hund zu Beginn des Trainings sichtbar sein, so dass er auch wirklich zu Ihnen kommt. Ist Ihr Hund zu weit weg um das Leckerchen zu erkennen, können Sie z.B. durch Winken darauf aufmerksam machen. Ihr Hund soll zu Ihnen kommen, um sich das Leckerchen abzuholen. Geben Sie es ihm, warten Sie einen kleinen Moment und geben Sie ihm dann noch eins und nach einem kurzen Moment noch ein drittes. Nun gehen Sie kommentarlos weiter.

Vereinfachung: Wenn Ihr Hund Sie keines Blickes würdigt, üben Sie zunächst mit angeleintem Hund.

Effekt: Ihr Hund lernt, dass es sich lohnt nach Ihnen zu schauen und zu Ihnen zu kommen, sobald er Ihre Schritte nicht mehr hört. Außerdem lernt er, dass es sich lohnt bei Ihnen zu bleiben solange Sie stehen, da er dabei ab und an ein Leckerchen bekommt.

Einsatz: Bauen Sie diese Übung mehrmals in jeden Spaziergang ein. Wenn Ihr Hund zuverlässig zu Ihnen kommt, sobald er Ihre Schritte nicht mehr hört, reduzieren sie die Belohnungsfrequenz mit Leckerli in den langsam und loben Sie Ihren Hund immer öfter nur noch mit der Stimme.

Übung 2: Blickkontakt fördern

Ziel:
Ihr Hund schaut Sie während des Spaziergangs immer wieder freudig an und achtet dadurch vermehrt auf Sie.

Durchführung: Gehen Sie mit Ihrem Hund (vorerst) an der Leine spazieren. Halten Sie unbemerkt ein Leckerli in der Hand bereit. Sobald Ihr Hund Sie ansieht, werfen Sie ihm das Leckerli zu oder strecken ihm die Hand mit dem Leckerli entgegen. Sollte Ihr Hund Sie nie ansehen, bleiben Sie kurz kommentarlos stehen und warten Sie ab. Irgendwann wird Ihr Hund sich fragend zu Ihnen wenden und schon können Sie ihn dafür belohnen. Belohnen Sie auch Ihren frei laufenden Hund immer wieder mit einem Leckerli für Blickkontakt. Achten Sie darauf, dass Sie nur den freiwilligen Blickkontakt belohnen! Bei dieser Übung soll Ihr Hund nicht auf Kommando zu Ihnen sehen. Daher dürfen Sie für diese Übung auch nicht auf sich aufmerksam machen, damit Ihr Hund Sie ansieht.

Effekt:
Ihr Hund lernt, dass es sich lohnt Sie immwer wieder anzusehen.

Einsatz:
Bestärken Sie anfangs jeden Blickkontakt! Reduzieren Sie die Bestärkung dann langsam aber hören Sie nie ganz auf, dieses Verhalten zu bestärken.

Autorin: Matina Raisch, Tierärztin, Zusatzbezeichnung Tierverhaltenstherapie

 

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Geschrieben am Donnerstag, 22. Januar 2015
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