Der Energiebedarf des Hundes
Um wichtige Funktionen, wie Atmung, Konstanthaltung der Körpertemperatur oder Verdauungsvorgänge aufrechtzuerhalten, benötigt der Hund, genau wie alle anderen Lebewesen Energie. Muss ein Hund zusätzlich besondere Leistungen, wie Bewegung, Gravidität, Laktation oder Wachstum erbringen, erfordert dies zusätzliche Energie.
Den Energiebedarf eines Hundes teilt man deshalb in zwei Kategorien ein: den Erhaltungsbedarf und den Leistungsbedarf.
Erhaltungsbedarf
Für die meisten Haus- und Familien-hunde ist nur der Energiebedarf im Erhaltungsstoffwechsel zu erfüllen. Dieser reicht für eine „normale Aktivität“ (je nach Rasse und Größe 1-3 Stunden Spaziergang) oder für ein „normales Training (z.B. Unter-ordnung oder Dummytraining)und für spontane Bewegungen vollkommen aus. Der Energiebedarf des Hundes im Erhaltungsstoffwechsel ist zwar von der jeweiligen Körpermasse des Hundes abhängig, nimmt aber nicht parallel zu
ihr zu. Dabei gilt: kleine Hunde benötigen pro Kilogramm Körpermasse mehr Energie als große Rassen. Aufgrund Ihrer relativ größeren Körperoberfläche geben kleine Hunde mehr Wärme (Energie) nach außen ab als große Hunde. Infolgedessen frieren sie bei niedrigen Temperaturen auch deutlich schneller und brauchen oftmals ein „wärmendes Hunde-Mäntelchen“
Leistungsbedarf
Den Energiebedarf, der über die Erhaltung des Stoffwechsels hinausgeht, nennt man Leistungsbedarf.
Dieser wird z.B. von trächtigen oder säugenden Hündinnen benötigt. Während der Gravidität nehmen Zuchthündinnen etwa 20-25 % ihrer Körpermasse zu, um genügend Reserven für die Lactation anzulegen. Auch Welpen im Wachstum besitzen durch die Gewebeneubildung einen erhöhten Bedarf an Energie, genauso wie Hunde, die als Arbeitstiere (z.B. Rettungs-hunde und Spürhunde) eingesetzt werden.
Futterenergie
Der jeweilige Energiebedarf des Hundes muss über sein Futter gedeckt werden. Hauptenergielieferanten sind dabei Fette und Kohlenhydrate, Eiweiße werden dagegen nur bei Überschuss oder Energiemangel zur Energiegewinnung herangezogen.
Bei der Energiea
ufnahme unterscheidet man zwischen Bruttoenergie, verdaulicher Energie und umsetzbarer Energie. Die Bruttoenergie bezeichnet die im Futter enthaltene Gesamtenergie, sie entspricht sozusagen dem physikalischen Brennwert. Die Bruttoenergie ist jedoch noch kein geeigneter Maßstab zur Bewertung der Futterenergie, da sie dem Organismus nicht vollständig zur Verfügung steht.
Die verdauliche Energie ist bereits genauer und berücksichtigt die über den Kot abgehenden Energiemengen.
Der Energiegehalt von Futtermitteln wird in der Dimension „umsetzbare Energie“ (uE) angegeben. Die umsetzbare Energie ist die genaueste, denn sie erfasst, zusätzlich zu den Energieverlusten durch Kot auch noch den Verlust durch den Harn.
Energiemangel und –überschuss
Damit Ihr Hund lange aktiv und gesund bleibt, ist es wichtig seinen genauen Energiebedarf zu kennen.
Eine andauernde, übermäßige Energieaufnahme führt zu Adipositas (Fettleibigkeit) mit all Ihren Folgeerkrankungen, wie z.B. erhöhtes Risiko für Diabetes melitus, Herz-Kreislauf Erkrankungen sowie Belastung des Skeletts.
Steht dem Körper dagegen keine oder nur wenig Energie von außen zur Verfügung, kommt es zum Abbau von Körpereiweiß (Muskelschwund), sowie Beeinträchtigung der Immun- und Stoffwechselfunktionen.
Letzteres tritt unter den heutigen Fütterungsbedingungen allerding nur noch selten auf.
Füttern Sie Ihrem Hund mit der richtigen Energiemenge? Ob Ihr Hund unter-, über- oder normalgewichtig ist, können Sie im 2. Beitrag unseres News-letters ganz einfach mit Hilfe eines Beurteilungsschemas bestimmen.

